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13.12.2008
Dr. Thomas Randhofer

Dr. Thomas Randhofer

Diplom - Psychologe
Karlstrasse 34
53604 Bad Honnef



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Streßinterview - was Bewerber beachten sollten

Im Bewerberinterview, speziell aber auch im Assessment Center, werden Bewerber oft Situationen ausgesetzt, die den Charakter von Streßinerviews haben. Der Grund dafür ist darin zu sehen, dass Personaler dieses Instrument oftmals einsetzten um herauszufinden, "wie sich die Bewerber denn wohl in kritischen Situationen" verhalten.

Vom Grundsatz her muss kritisch hinterfragt werden, ob ein derartiges Ansinnen legitim ist. In der Regel wissen Mitarbeiter nämlich, was im täglichen Arbeitsleben auf sie zukommt. Auch Stress auslösende Stuationen sind bekannt. Außenstehende können diese Situationen im Normalfall nicht nachvollziehen - sie kommen aus anderen Unternehmenskulturen, haben Erfahrungen mit anderen Arbeitsrealtäten und müssen sich auf derartige Situationen erst einmal einstellen. Diese Prozesse sind das Ergebnis einer während der Probezeit stattfindenden Lernerfahrung.

Personaler inszenieren mit dem Bewerberinterview eine Situaion, in der einerseits ein Kennenlernen der Bewerber stattfndet, andererseits eine Prognose des zukünftigen Berufserfolgs erstellt werden soll. Dazu dienen manchmal Streßinteviews. Das Problem ist für die Bewerber, dass sie nicht wissen, welches Zielverhalten von ihnen erwartet wird. Sollen sie kooperativ sein, durchsetzungsstark, oder beides zusammen (was sich eigentlich ausschließt)?

Die Intransparenz ist gewollt. Den Interviewers ist es dadurch leichter, das Streßinterview inhaltlch so zu gestalten, dass es treffliche Argumente für jede von den Bewerbern gewählte Verhaltensoption gibt.

Für Bewerber gibt es keine Faustregel für ein ideales Verhalten in einen Streßinterview. Da Bewerbern die Beurteilungskriterien der Interviewer nicht bekannt sind, können sie sich entweder immer nur richtig oder immer nur falsch verhalten - denn den Beurteilern kommt es in der Regel nicht auf die inhaltlich korrekte Lösung des im Streßinteview zu lösenden Problems an, sondern darauf, wie die Bewerber mit der Situation umgehen. Wie auch immer man dieses Vorgehen beurteilen mag: Bewerber sollen sich davon frei machen, die Schuld bei einem "Scheitern" bei sich zu suchen, denn derartige Situationen sind präsdestiniert dazu, Bewerber auflaufen zu lassen. Von daher die Empfehlung: immer authentisch bleiben und im Zweifelsfall erhobenen Hauptes intransparenten Anforderungen nicht entsprechen, als taktieren - und diesen Anforderungen ebenfalls nicht zu entsprechen.

Dr. Thomas Randhofer


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