Personaler sollten sich daher mehr für den Effekt von Handlungen als für die theoretische Betrachtung von möglichen Handlungen interessieren.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, im Vorfeld deutlich herauszuarbeiten, welche Aspekte einer Person oder deren Arbeitsweise erfragt werden sollen. Danach sollten Fragen entwickelt werden, die diese Aspekte erfassen.
Ein Beispiel. Angenommen, man möchte etwas zum Bereich "Teamfähigkeit" wissen, würde eine typische Frage danach z.B. lauten: "Arbeiten Sie gerne im Team?" Die Antwort auf diese Frage ist vorhersehbar und potenzialdiagnostisch nicht verwertbar. Dennoch werden leider allzu oft Fragen dieser Art gestellt. Eine Alternative zu dieser Frage könnte lauten:
1. Wann mußten Sie zuletzt etwas mit mehreren KollegInnen zusamen erarbeiten?
2. Welche Rolle hatten Sie dabei?
3. Wie bewerten Sie das Ergebnis der Zusammenarbeit?
4. Was würden Sie im nachhinein anders machen?
Derartig aufgesplittet läßt sich die Fassette "Teamfähigkeit" aus den Schilderungen des Bewerbers erschließen - wahrheitsgetreuer als in dem aufgeführten Fragenbeispiel davor. Zugegeben: einen Interviewleitfaden derartig aufzubauen kostet Zeit. Das zu unterlassen kostet jedoch im Falle einer fehlerbehafteten Personalauswahl Zeit und Geld.
Dr. Thomas Randhofer